Chronik des SV OG Schramberg-Sulgen

 

Die Gründung:

 

So entstand die Idee der Gründung einer Ortsgruppe Schramberg-Sulgen des Vereins für Deutsche Schäferhunde:

 

Die jungen Schäferhundefreunde Günter Rueß und Oskar Horst Flaig trainierten mit ihren beiden Hunden Gehorsamsübungen auf ihrem Grundstück. Nach einiger Zeit gesellte sich auch Albert Lamprecht zu den Beiden. So trainierten die drei jeden Sonntag auf dem Zimmermannsplatz.

Albert Lamprecht wusste, dass auf dem Sulgen schon einmal ein Hundeverein bestanden hat, dieser aber wieder aufgelöst wurde.  Da kam der Vorschlag, dass man diese Leute nochmals ansprechen soll für die Gründung eines neuen Vereins. Da einige dieser Personen nicht abgeneigt waren, beschloss man, sich zu einem Informationsabend zu treffen.

Am 23. Juni 1956 trafen sich dann folgende Schäferhundefreunde zur Gründung der Ortsgruppe Schramberg-Sulgen des Vereins für Deutsche Schäferhunde im Gasthaus „Waldeck“:

Oskar Horst Flaig, Alfons Hezel, Karl Knopf, Albert Lamprecht, Günter Ruess, Hermann Gruhler,  Josef Kern und Reinhold Kammerer.

 

Diese Personen sind die Pioniere der Ortsgruppe und haben diese aus der Taufe gehoben.

Als Vorsitzender wurde Alfons Hezel gewählt, Karl Knopf übernahm das Amt des Zuchtwartes, Hermann Gruhler wurde zum Übungswart bestimmt und Günter Ruess zum Kassier.

 

Nachdem die ersten Trainingstunden auf dem Zimmermannplatz und auf dem Obstgarten der Gaststätte Waldeslust durchgeführt wurden, konnte bald auch der alte Handball-Sportplatz als Übungsplatz gewonnen werden. In Eigenleistung wurde eine Hürde und eine Bretterwand gebaut und diese musste bei jedem Training mit einem Ziehkarren aus dem Schopf von Albert Lamprecht zum Übungsplatz und wieder zurück transportiert werden. Einen Schutzarm für Schutzdienstübungen stellten die Mitglieder aus Rupfensack und Fils selbst her, ebenso die Apportierhölzer. Da Hermann Gruhler Diensthundeführer war, konnte er den technischen Rat geben, wie die Gegenstände herzustellen waren.

 

Die Anfangszeit war sehr hart, es gab keine allzu großen Kenntnisse und sehr viele Probleme. Aber der Wille und die Freude an diesem Sport halfen über all die Probleme hinweg.

Zitat des Gründungsmitgliedes Oskar Horst Flaig: „Was uns über all die Erschwernisse geholfen hat, war: Wir hatten einen Deutschen Schäferhund, wir hatten einen Verein, wir hatten eine Idee und den Willen, unseren neu gegründeten Verein auf- und auszubauen.“

 

1958 übernahm Hermann Gruhler den Vorsitz im Verein, Wilhelm Wössner übernahm das Amt des Übungswartes und Albert Lamprecht wurde Kassier. In diesem Jahr konnte der heutige Vereinsplatz angemietet werden. Nun stand alles im Zeichen eines eigenen Vereinsheimes. Sie durften Baumaterial aus einem Abrissgebäude der Firma Junghans aussortieren. Manfred Zehnder und Oskar Horst Flaig opferten für diese Arbeiten eine Woche ihres Jahresurlaubes. Die anderen Mitglieder zeigten durch ihre Spendenbereitschaft ihre Zustimmung für den Bau. Matthias und Karl Obergfell brachten sich ein, indem sie das Abbinden des Bauholzes und auch das Aufrichten des Vereinsheimes übernahmen.

Die erste Schutzhundeprüfung wurde bereits am 04.04.1958 unter Leistungsrichter Albert Schlichenmaier auf dem Vereinsgelände durchgeführt und die Trainingseinheiten machten sich bezahlt, alle Hunde konnten bestehen.

 

Die Schäferhundezucht wurde auch gleich von Beginn an ein wichtiger Bereich des Vereinslebens. Karl Knopf mit seinem Zwinger „vom Dielheimer Knopf“ und  Oskar Horst Flaig mit seinem Zwinger „vom Sulger Berg“ waren auch hier die Männer der ersten Stunde.

 

Am 26.10.1958 veranstaltete die junge Ortsgruppe ihre erste Schäferhundeausstellung (genannt Sonderschau) mit großem Erfolg, hier konnte auch schon der eigene Hundenachwuchs präsentiert werden. Mit dem erwirtschafteten Geld und Spenden wurde es möglich, dass der noch heute vereinseigene Übungsplatz gekauft werden konnte. Jedes Mitglied spendete dazu 50.- DM !!! (der Stundenlohn eines Facharbeiters betrug damals 1,41 DM).

 

Ein reges Vereinsleben bestimmte die folgenden Jahre: 1959 wurde ein über 100 Meter langer Graben ausgehoben und das Vereinsheim mit Strom versorgt, die Hunde der Ortsgruppe legten hervorragende Prüfungen ab, Manfred Zehnder mit seinem Ali vom Dielheimer Knopf nahm bereits erfolgreich an der Landesgruppenmeisterschaft teil, mehrere Ausstellungen wurden mit sehr gutem Ergebnis besucht und der junge Gunter Herrmann trat am 12.12.1959 in den Verein ein, er war dann viele Jahrzehnte bis zu seinem Tode eine tragende Säule der Ortsgruppe.

 

Es folgte ein steter Aufschwung des Vereins, 1963 konnten 25 Hunde an der Frühjahrsprüfung teilnehmen und die Mitgliederzahl hatte sich auf 42 erhöht.

 

Bereits  1967 bekam Oskar Horst Flaig vom Hauptverein für seine vielen, mit Erfolg abgelegten, Prüfungen, das „Großgoldene, mit Brillanten besetzte Hundeführer-Sportabzeichen“ verliehen.

 

Eine Erweiterung des Vereinsheims  wurde von 1967 bis 1971 durchgeführt und die Einweihung dann mit einem Städtevergleichskampf am 19. September 1971 mit den Ortsgruppen Oberndorf und Schwenningen gefeiert. Das Sulgener Team Adolf Sawall, Walter Thudium und Josef Löffler hatte nach einem spannenden Wettkampf die Nase vorn und konnte gewinnen.

Weitere Erweiterungen, Umbauten und Renovierungen erfolgten in den nächsten Jahrzehnten, es wurde eine Wasserleitung ins Vereinsheim gelegt und später auch eine Abwasserleitung bis zum öffentlichen Kanal.

 

 

Schwere Verluste:

 

Am 24. Oktober 1971 verstarb der  amtierende  1. Vorsitzende und Gründungsmitglied Karl Knopf nach schwerer Krankheit. Ein Mann, der sein Leben dem Deutschen Schäferhund gewidmet hat und der mit seiner Zucht „vom Dielheimer Knopf“ weit über die Landesgrenzen hinaus  bekannt wurde.

Zu seiner Ehre wurde der „Karl-Knopf-Gedächtnispokalkampf“  ins Leben gerufen, ein Vergleichskampf mit den umliegenden Ortsgruppen in den Sparten Unterordnung und Schutzdienst.  Jeweils drei Hundeführer mit ihren Schäferhunden bildeten ein Team. Er wurde über Jahrzehnte hinweg durchgeführt, bis mehrere Ortsgruppen immer mehr Probleme hatten, eine Mannschaft stellen zu können.

 

Ein weiterer schwerer Schlag traf die Ortsgruppe, als am 20. Dezember 2005 Rolf Kaufmann verstarb. Rolf bekleidete fünf  Jahre lang das Amt des  1. Vorsitzender und dann von Anfang 1985 bis zu seinem Tode das Amt des Zuchtwartes. Er war in dieser Zeit die treibende Kraft des Zucht- und Ausstellungsgeschehens der OG und konnte  überragende Erfolge erzielen, besonders aus der Nachzucht  seiner Hündin Loggi Blue Iris.  Die Landesgruppen-Sonderschau 2006 wurde zu seiner Ehre die  „Rolf-Kaufmann-Gedächtnisschau“.

 

Das  Ehrenmitglied und amtierender Ausbildungswart Gunter Herrmann verstarb am 16. Oktober 2008 nach langer, schwerer Krankheit. Er war 48 Jahre lang Mitglied der Ortsgruppe, bildete viele Hunde aus und übte insgesamt 28 Jahre lang gewissenhaft und einfühlsam das Amt des Ausbildungswartes aus. Er war über Jahrzehnte hinweg DIE feste Größe auf dem Übungsplatz.

 

Kurt Echtle verstarb am 28.12.2011 nach schwerer Krankheit. Er führte die Ortsgruppe unermüdlich und engagiert als 1. Vorsitzender sage und schreibe 24 Jahre lang von 1985 bis Ende 2008, dann musste er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Immer war er an vorderster Front zu finden, sei es bei organisatorischen oder  repräsentativen Aufgaben oder bei  Arbeitsdiensten und alltäglichen Aufgaben.  Aufgrund seiner großen Verdienste wurde er im Januar 2009 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.  

 

Am 22. Juli 2016 verstarb, auch nach schwerer Krankheit, unser geschätztes Ehrenmitglied Karl Obergfell. Karl war 58 Jahre lang Mitglied der Ortsgruppe und damit ein Urgestein des Vereins. Er war bei allen Baumaßnahmen des Vereinsheims von Anfang an stets an vorderster Front im Einsatz, übernahm verschiedene Ämter und war immer  in der Hundeausbildung aktiv, solange es ihm seine Gesundheit zuließ. Auch pflegte er sehr die Freundschaft mit anderen Ortsgruppen, besuchte diese und nahm an dortigen Veranstaltungen teil. Besonders erwähnt sei hier seine Verbundenheit mit den Schäferhundefreunden aus  Bad Schönborn. Karl besuchte bis zuletzt unsere Übungsstunden und Veranstaltungen und war unsere lebende Chronik. Wer außer ihm war so viele Jahre lang so eng mit der Ortsgruppe verbunden und so lange aktiv? Er wusste über die ganze Vereinsgeschichte Bescheid und konnte von vielen Vorkommnissen berichten.

 

 

 

 

Die Hundeausbildung zum Schutzhund war von Anfang an, bis zum heutigen Tag, der wichtigste  Teil der Vereinsarbeit.

Aber auch sehr bedeutend ist die Zucht der Deutschen Schäferhunde und die Präsentation auf Sonderschauen. Unzählige Schäferhundeausstellungen wurden bereits von der Ortsgruppe veranstaltet, darunter auch Landesgruppen-Sonderschauen. Seit 1991 hat Schramberg-Sulgen das Privileg, jährlich eine Körung (Zuchttauglichkeitsprüfung) durchzuführen.

 

Seit  1995 bietet die Ortsgruppe den Parcourssport Agility für alle Rassen  an, dieser wurde in die Ortsgruppe von Werner Arndt und Siegfried Heinz eingeführt. Viele Agilityturniere fanden bereits auf dem Vereinsgelände statt.

 

Weiter wurden Erziehungskurse und Welpenkurse für Hunde aller Rassen und für Mix ins Leben gerufen.

 

In allen Sparten wurden über die Jahre hinweg hervorragende Ergebnisse  von den Mitgliedern der Ortsgruppe Schramberg-Sulgen erzielt, zum Teil auch auf Landes-, Bundes- und Europameisterschaften. Genannt werden darf hier die erfolgreiche Teilnahme bei Bundessiegerprüfungen, das mehrfache Erlangen der Zuchtbewertung „Vorzüglich-Auslese“ bei der Bundessiegerhauptzuchtschau und die gelungene Teilnahme an der Agility-Europameisterschaft.

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